Logo
News
Konjunkturelle Delle im Frühjahr drückt die Stimmung
21.09.2016
Nach einer sehr erfolgreichen boot Düsseldorf 2016 befindet sich die Branche weiterhin auf Wachstumskurs. "Die aktuelle Geschäftslage beurteilen 77,7% (Vorjahr: 75%) der Unternehmen gleich gut oder besser als im Vorjahreszeitraum. Der Markt wächst moderat aber stetig, so könnte man die aktuelle Situation zusammenfassen", so Sonja Meichle, Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und und Geschäftsführerin von Ultramarin, Meichle + Mohr Marina, beim Branchengespräch im Rahmen der Interboot.

Moderator Andreas Kling begrüßte in seiner Runde Sonja Meichle, Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und und Geschäftsführerin von Ultramarin, Meichle + Mohr Marina, Kressbronn-Gohren, Clemens Meichle, Geschäftsführer des Verbandes der Bodenseewerften in Baden-Württemberg und Geschäftsführer von Ultramarin, Meichle + Mohr Marina, Kressbronn-Gohren, David Clavadetscher, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbandes, Zofingen Schweiz, Nicole Lengert, Sales & Dealer Development International Bénétéau, Torben Will, Head of Marketing Bavaria Group sowie Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen.

Dennoch ergibt sich kein einheitliches Bild. Im Segelbootbereich nimmt die Nachfrage nach nach großen Segelyachten und -katamaranen weiterhin zu, während im mittleren und kleineren Bootssegment das Marktumfeld schwierig bleibt. Anders im Motorbootbereich. Zwar bleibt auch hier groß und teuer en vogue, kleine Motorboote unter acht Meter Bootslänge werden aber hier, anders als im Segelbootbereich, stark nachgefragt. Deutlich im Trend liegen in diesem Segment mit Außenbordern motorisierte Boote. Geringere Verbrauchswerte und Wartungskosten sowie mehr Platz an Bord sind für viele Kunden hier die ausschlaggebenden Argumente. Hinzu kommt, dass Benzininnenbordmotoren preislich zugelegt haben.

Die ersten Auswertungen einer bundesweiten Studie über den Bootsmarkt zeigen, dass in den letzten Jahren deutlich mehr Neueinsteiger für den Bootssport gewonnen werden konnten als erwartet. Eine erfreuliche Entwicklung, die durch die bundesweite Kampagne für den Bootssport „Start Boating“ weiter unterstützt werden soll. Von den höheren Einstiegszahlen profitiert aber der Motorbootbereich stärker als der Segelbootbereich. Die Einstiegshürden (Ausbildung/Führerschein/Erfahrung) werden ganz offensichtlich im Motorbootbereich als weniger hoch angesehen. Davon profitiert vor allem das Marktsegment kleiner, preiswerter und daher einsteigergerechte Motorboote. Die kompletten Ergebnisse der angesprochenen Studie werden im September dieses Jahres vorliegen.

Brancheninsider wissen seit langem, dass die Wetterverhältnisse einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. Das hat sich in diesem Jahr erneut bestätigt. Der frühe Ostertermin bei gleichzeitig kaltem und bis in den Vorsommer hinein sehr unbeständigem Wetter hat deutliche Spuren hinterlassen. Die nach der boot Düsseldorf und dem guten Messenachgeschäft hohen Erwartungen haben sich

für viele Unternehmen nicht zur Gänze erfüllt. Hauptleidtragender war der Geschäftsbereich Ausrüstung und Zubehör. Waren im Vorjahr noch 91,7 Prozent der Unternehmen mit der Geschäftslage zur Jahresmitte zufrieden, sank dieser Wert in diesem Jahr auf 68,2 Prozent. Die wetterbedingte konjunkturelle Delle war in den Monaten März bis Mai deutlich spürbar, kann aber in den Sommermonaten durchaus noch geglättet werden. Wir werden sehen, ob das Wetter entsprechend mitspielt.

Traditionell unbeeindruckt vom aktuellen Wettergeschehen blieb der Chartermarkt. Hier wird das Buchungsverhalten von den Vorjahresbedingungen beeinflusst. Und die waren insgesamt gut. Die Unternehmen vermelden dementsprechend sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft Zuwachsraten.

Bei der Zukunftsprognose sind die Unternehmen deutlich zurückhaltender als im Vorjahr. Lediglich knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen (Vorjahr: 80,7 Prozent) glauben mittelfristig an eine gleich gute oder bessere konjunkturelle Entwicklung. Ein Vertrauensverlust lässt sich daraus aber nach Einschätzung des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft nicht ableiten und wertet die vorsichtige Zukunftsprognose eher als Reaktion auf das wetterbedingt schwierige Frühjahr.